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Dienstag, 2. Juni 2009
Nebel...
susana.brasi, 10:22h
...liegt in den wunderschönen grünen Hügeln. Es ist 06.10 Uhr. Ich steige meistens mit dem Sonnenaufgang aus dem Bett und gehe eine Runde joggen, bevor die Dieseltaxis die Luft verdrängen.
Ein befreundeter Professor hat mich gestern Abend noch angerufen, reichlich verzweifelt. Er soll eine Fakultät für Musik gründen - ohne Mittel, ohne Dozenten, ohne Instrumente. Order von oben. Dabei steht er schon einer Filmhochschule ohne Kameras und einer Theaterhochschule ohne Technik vor. Die Uni in der Hauptstadt, nach der Unabhängkeit ein schmuckes Stück, das kann man unter dem bröckelnden Putz noch erahnen, ist völlig verrottet. Da es keine Tafeln gibt, schreiben manche Professoren auf dem Schreibtisch und die Studis stehen drum herum. Die Studienabschlüsse kann man und frau an die Wand nageln. Die Frauen haben mehr Chancen: Wer mit dem Richtigen pennt, der schafft's vielleicht ins Establishment. Sex ist hier die parallele Währung, auch schon für die Noten. Aber nur für die Heten. Bi- und Homosexualität wird bestraft, auch auf Verdacht. Oder Denunziation. Keine Nachbesserung der Studienleistung für Gays. Echt ungerecht. Überhaupt ist es in Afrika einfach, sich jemanden aus dem Weg zu schaffen: Erhebe Klage wegen Hexerei und für diejenigen wird's schnell ungemütlich. Wenn jemand stirbt, werden erst mal Schuldige gesucht. Bartholomäus Grill, Korrespondent der ZEIT, schreibt (15.09.2005 Nr.38) u.a.: "Die Armut halbieren. Die Kindersterblichkeit senken. Den Hunger besiegen. Die Aids-Pandemie stoppen. Es sind wieder einmal noble Ziele, die sich die Vereinten Nationen im Rahmen ihres Millenniumsprogramms bis zum Jahre 2015 gesteckt haben. [...] Was haben eigentlich die rund eintausend Milliarden Dollar Entwicklungshilfe bewirkt, die seit dem Ende der Kolonialzeit nach Afrika geflossen sind? Warum ist die Armut trotzdem gewachsen? Woran ist die Modernisierung gescheitert? Der Philosoph Valentin Yves Mudimbe zählt den esprit sorcier, den Hexenglauben, zu den größten Entwicklungsblockaden Afrikas. Wäre der Mann nicht Kongolese, er geriete unter Rassismusverdacht." Sinn und Unsinn von Entwicklungshilfe, ein Riesenthema. Aber das ist eine andere Geschichte und davon soll ein anderes Mal erzählt werden (Tolkien). ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2009.07.05, 17:05 status
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That's me. Und heute fange ich an zu bloggen. Der... by susana.brasi (2009.06.24, 11:52) |
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